Ant™

Der Stuhl Ant™ wirkt filigran und kunstvoll, ähnlich den Kurven eines Musikinstruments. Der Stuhl wurde 1952 von Arne Jacobsen entworfen und besteht aus neun Schichten formgepresstem Furnier. Seine elegante Form verbirgt seine bemerkenswerte Stärke und seinen Komfort.

Die Person

Er konnte schwierig, sarkastisch und kompromisslos gegenüber Arbeitspartnern und Herstellern sein und verlangte von seinen Mitarbeitern, mehr oder weniger rund um die Uhr zu arbeiten oder sich eine andere Stelle zu suchen; das Familienleben hatte hintenan zu stehen. Bei der Renovierung des Hauses wurde die Familie gebeten, für den Anstrich das richtige Weiß unter einer Vielzahl von Varianten auszuwählen; stundenlang mussten Bilderrahmen hochgehalten werden, um die richtige Komposition zu finden. Die Kaffeetassen wurden in ordentlichen, geometrischen Reihen platziert, die Kinderspielzeuge hatten weggeräumt zu sein, wenn Jacobsen schließlich aus dem Studio nach Hause kam. Der naturliebende Botaniker Die andere Seite seiner Persönlichkeit zeigt einen ganz anderen, milderen Jacobsen, der sich im Rousseau-Stil in Aquarelle, Naturstudien und die Pflege von Bäumchen vertiefte. Jacobsen versuchte gelegentlich, den selbst geschaffenen Restriktionen zu entkommen: „Ich ersticke an der Ästhetik“ gestand er privat und empfand manchmal große Freude an der Zuflucht zu Orten, an denen Anti-Design und Anti-Ästhetik herrschten: „Das ist großartig, hier kann man nichts ändern!“ Er verschlang liebend gerne köstliches Gebäck. Aber das Gebäck musste trotzdem gut aussehen, damit es ihm schmeckte, ein Zeichen für sein Dilemma, die Ästhetik außen vor zu lassen, und sei es auch nur für einen Moment. Ein warmer Sinn für Humor Arne Jacobsens Humor und Selbstironie zeigen sich unter anderem in seinen Entwürfen und handgezeichneten Weihnachtskarten für enge Freunde oder in der Art und Weise, wie er sich zu Themen (meist beruflicher Natur) äußerte, die ihm am Herzen lagen. Seit seiner Kindheit spielte er gerne den Clown, und auch in seinen Erwachsenenjahren setzte er die Possenreißerei fort und nahm manchmal verrückte Wetten an, bei denen es zum Beispiel darum ging, eine ausgehöhlte Melone als Hut zu tragen.